Die Schülerinnen und Schüler gestalten den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt eigenverantwortlich. Die dazu notwendigen Kompetenzen, die sie im Laufe ihres Lebens erwerben, sind folgende:

An unserer Schule sind eine Reihe von Maßnahmen implementiert, die die Reflexionsfähigkeit von Schülern sehr fördern. Im Unterricht selbst bestimmen zunehmend, dort wo es umsetzbar ist, offene Lernformen die Unterrichtszeit. Es herrscht eine Feedbackkultur. Dadurch können die Jugendlichen den Umfang oder Inhalt der Lernangebote aufgrund ihrer Fähigkeiten selbst wählen. Am Ende von Unterrichtsphasen werden Arbeits- und Sozialverhalten innerhalb der Klasse (Blitzlicht, Abfrage z.B.) reflektiert. Außerdem werden sie natürlich auch am Ende des Jahres auf dem Zeugnis vermerkt.

In einem größeren Rahmen gesehen, werden die Schüler aufgrund ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten schon ab der 6. Klasse stufenweise in Deutsch, Mathe und Englisch in Grund- und Erweiterungskurse eingeteilt. Darüber hinaus haben sie aber selbst die Möglichkeit nach jedem Halbjahr, wenn die Leistungen damit einhergehen, den Kurs zu wechseln und somit ihren Leistungsstand nicht nur zu reflektieren sondern auch aufgrund dessen zu beeinflussen. Des Weiteren haben sie die Möglichkeit aufgrund ihrer Interessen WPKs (Wahlpflichtkurse) (z.B. Erdkunde, Informatik und Geschichte) und ab Klasse 8 Profilangebote (Sprachen, Wirtschaft, Technik I & II, Gesundheit & Soziales) zu wählen. Falls sich ihre Interessenslage ändert, ist es möglich in Ausnahmefällen nach einem halben oder ganzen Jahr den WPK bis Klasse 8 zu wechseln. Die Profile werden für den Jahrgang 9 und 10 verbindlich gewählt. Die andere Möglichkeit ist natürlich Fertigkeiten zu erweitern und somit seinen Kenntnisstand auf einem Interessensgebiet auszuweiten.

Nach Ende eines Halbjahres werden mit Schülern und Eltern die Individuellen Lernentwicklungspläne (ILE-Bögen) reflektiert und angepasst.

In den höheren Klassen steht die Berufswahl im Vordergrund und wird in vielen Kontexten, nicht nur während des regulären Unterrichts, aufgegriffen. An unserer Schule wird das Kompetenzfeststellungsverfahren „Profil AC“ im 8. Jahrgang durchgeführt. Mit diesem Verfahren haben die Schüler eine weitere Möglichkeit ihre Stärken und Schwächen zu erkunden. Ein weiteres Verfahren ist das „Fit for Life“, das im Rahmen des Sozialtrainings oder einer wählbaren OLg (Offene Lerngruppe) durchgeführt wird. Auf spielerische Art und Weise werden mit den Schülern auch hier ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen erarbeitet.

Um Fähigkeiten mit Anforderungen von Berufen abzugleichen, müssen erst einmal Berufe kennengelernt werden. Dies tun die Schüler schon ab Klasse 5 in verschiedenen GSW-Fächern, wo sie sich mit Arbeiten und Berufen in verschiedenen Zeitaltern auseinandersetzen und sie in Bezug zur jeweiligen Gesellschaft setzen. Des Weiteren ist das Kennenlernen der eigenen Person mit Stärken und Schwächen nicht außer Acht zu lassen. Dies geschieht während der ganzen Schullaufbahn und zeigt sich in persönlichen Gesprächen mit z.B. Klassenlehrern. Als Thema aufgegriffen wird es in Jahrgang 8.

Anforderungen an Berufe sind mit der Zeit gestiegen und deshalb auch die Informationsflut die damit einhergeht. Darum setzen sich unsere Schüler ab Klasse 8 intensiv mit Berufsbildern auseinander und untersuchen so auch Anforderungen dessen. Um dieses Wissen zu festigen, wird das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Stade besucht. Dort erkunden sie ihren Praktikums- und/ oder ihren Wunschberuf auf den Internetseiten der Agentur für Arbeit (berufenet.de z.B.). Diese Informationen fließen maßgeblich in die Vorbereitung des Praktikumsberichts ein. Aber auch in anderen Fächern, wie Deutsch oder Englisch werden Anforderungen in Stellenbeschreibungen erarbeitet. In Deutsch werden Stellenanzeigen gelesen und analysiert, in Englisch geschieht diese Erarbeitung im Jahrgang 9 im „Personality Quiz“.

Ein Abgleich dieser Anforderungen mit ihren Fähigkeiten geschieht in praktischen Erfahrungen, wie Praktika, Zukunftstag, Schnuppertage und der Kooperation mit der BBS (Technik II) sowie der Teilnahme an kompetenzorientierten Verfahren, wie das Profil AC und fit for life. Eine Reflexion dieser Anforderungen geschieht auch im Rahmen der Schülerfirmenarbeit mit dem Durchlaufen eines Bewerbungsverfahrens und des Führens von Personalgesprächen.

Beispielsweise erkunden sie im Fach Erdkunde ihre Umgebung. In den Profilen Technik, Wirtschaft sowie Gesundheit und Soziales werden diese Kenntnisse erweitert, indem Erkundungen durchgeführt werden und damit Erkenntnisse aus dem Unterricht gefestigt werden. In Geschichte untersuchen sie Unternehmen im Wandel der Zeit. Des Weiteren erarbeiten sie im Fach Physik unterschiedliche Energien. Biogasunternehmen der Region werden dazu untersucht.

Praktische Erfahrungen an einer Schule verbindet man sofort mit Praktika. An der HBS werden in Jahrgang 8 und 9 3-wöchige Betriebspraktika durchgeführt. Diese werden in beiden Jahrgängen intensiv im Unterricht vor- und nachbereitet. In einem Praktikumsbericht schätzen sie unter anderem ihre Erfahrungen mithilfe eines Fragebogens und einer Beurteilung durch den Betrieb ein. Darüber hinaus werten die Schüler ihre Erfahrungen im 9. Jahrgang aus, indem sie eine Praktikumsmesse vorbereiten und durchführen. Sie findet im Rahmen des Tags der offenen Tür statt. So haben auch Betriebe, Eltern und zukünftige Schüler die Möglichkeit zu erfahren, was die Schüler im Praktikum gemacht haben.

Eine andere Möglichkeit schon ab Klasse 5 praktische Erfahrungen zu machen, ist die Teilnahme am Girls- bzw. BoysDay und das Mitwirken am „Sozialen Tag“. Diese Angebote werden im Unterricht durch Gespräche vor- und nachbereitet. Außerdem können die Schüler Teilnahmebestätigungen im BOO (Berufsorientierungsordner) dokumentieren.

Im Profil Gesundheit und Soziales sammeln sie praktische Erfahrung durch die Vorbereitung, Durchführung und Reflektion von monatlichen Verkaufsevents. Sie lernen dadurch nicht nur den Umgang mit Geld, sondern auch die praktische Zusammenarbeit mit anderen Schülern um pünktlich und vollständig eine fertiges Produkt zu verkaufen. Im Profil Wirtschaft arbeiten die Schüler in einer Schülerfirma. Ständige Reflektion von Verkaufsprozessen ist auch hier unerlässlich. Diese wird sogar von den Schülern gefordert. Im Profil Technik II haben die Schüler die Möglichkeit technische Fertigkeiten auszubauen, indem sie an einem Tag in der Woche die BBS Zeven besuchen. Dort durchlaufen sie in 6-wöchigen Rhythmen Berufsbereiche, wie z. B. Farb- und Raumgestaltung, Bautechnik und Metalltechnik. In diesen 6 Wochen planen sie die Erstellung von Arbeitsproben, üben sie und halten sie zum Schluss schriftlich in einem Portfolio fest. Die Gestaltung dessen wird im Unterricht aufgegriffen und mit den anderen Teilnehmern besprochen. Des Weiteren erhalten sie eine Rückmeldung von ihren Fachpraxislehrern der BBS, die sie mit ihren Lehrer der BBS auswerten und dann im BOO abheften.

Auch in anderen Fächern werden praktische Erfahrungen des Alltags aufgenommen und reflektiert. Dies geschieht zum Beispiel im Deutschunterricht der höheren Klassen, wo sie Pro- und Kontra-Argumentationen planen und schreiben. Auch werden Erfahrungen verarbeitet, indem von ihnen erzählt wird in Klassenrunden beispielsweise. Im Unterricht der Sprachen bieten praktische Erfahrungen die Grundlage für das Gespräch und die Verarbeitung und Reflektion in Schriftstücken. (Vorgangsbeschreibung, Beschreibung des Arbeitsweges in einer Fremdsprache z.B.)

In der HBS gibt es fest installierte Beratungsinstanzen und auch Beratungsangebote außerhalb. Die Schulsozialarbeiter Tanja Pfleging und Julian Tewes machen einen Großteil der Beratungsarbeit aus. Neben individueller Beratung bieten sie das berufsvorbereitende Training Fit for Life, Sozialtraining und Konfliktmanagement an. Die individuellen Gespräche sind ein wichtiger Bestandteil des Schullebens und werden von den Schülern auch angenommen. Des Weiteren bietet Frau Kahl einmal wöchentlich eine Beratungsstunde an, die sich auf individuelle Berufswegeplanung spezialisiert. Darüber hinaus haben die Schüler die Möglichkeit zur Beratungslehrerin Frau Vahle zu gehen und über Probleme und Ängste zu reden. Diese zwei Instanzen informieren auch über außerschulische Beratungsangebote anderer Einrichtungen. Ein berufsspezifisches Beratungsangebot bietet Herr Rüder von der Agentur für Arbeit aus Zeven an. Er kommt einmal im Monat für Kurzgespräche in unsere Schule, er steckt Beratungsbedarf ab, informiert über Wege in den Beruf und unterstützt die Schüler generell bei ihrer Berufswahl. Im Jahrgang 8 wird das Kompetenzfeststellungsverfahren Profil AC von Herrn Hoppenrath und Frau Kreuzhermes durchgeführt. In diesem 4-tägigen Verfahren werden Interessen, Fertigkeiten und Fähigkeiten abgesteckt und anschließend wird darüber in Einzelgesprächen beraten. Jahrgangsübergreifend bildet Herr Rexin Buslotsen aus, die einen reibungslosen Ablauf der Fahrt im Bus nach Hause gewährleisten sollen. Dieses schülerorientierte Angebot hat sich im Laufe der Jahre etabliert und ist zu einem festen Bestandteil des Schullebens geworden – auch wenn dieses auf dem Nachhauseweg endet.

Kenntnisse über den regionalen Wirtschaftsraum, praktische Erfahrungen sowie individuelle Beratung legen die Grundlage für die Entscheidung zu einem Startberuf. Je nachdem wie diese Bereiche von den Schülern wahrgenommen und umgesetzt werden, so werden sie sich am Ende des Jahrgangs 10 für eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule entscheiden. Alle allgemeinbildenden und beruflichen Kompetenzen werden sie auf dem Weg dahin deshalb individuell ausbilden. Inwieweit das geschieht, hängt vom Schüler selbst ab. Die Erziehung zur Selbstständigkeit, selbst zu stehen, also eigene Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer leicht und verlangt Lehrern sowie Beratungspersonen als auch Schülern viel ab. Deshalb ist die Zielorientierung und die konsequente Verfolgung von Zielen wesentlicher Bestandteil unseres Schullebens. Man lernt am besten durch Erfolgserlebnisse und auch wenn diese noch so klein sind, z.B. die Erstellung einer ansprechenden Präsentation im Informatikunterricht, sind sie doch so wichtig für die Entwicklung unserer Schüler und damit für die Entscheidung einer beruflichen Richtung.

Der Bewerbungsvorgang beginnt im 8. Jahrgang mit der Erstellung eines Zeitplans, in dem bspw. festgelegt wird, wann man sich bewirbt. Im Fach Deutsch werden Briefe formuliert, in Informatik werden die Grundlagen der Textverarbeitung beigebracht. Das Rüstzeug zum Schreiben einer Bewerbung wird im Wirtschaftsunterricht in Kooperation mit dem Fach Deutsch gelegt. Dort lernen die Schüler, wie ein Lebenslauf auszusehen hat, was in ein Anschreiben gehört und dass man auch hier begründet, warum man bestimmte Eigenschaften besitzt. In diesem Zusammenhang werden Stellenanzeigen angeschaut und Anforderungen analysiert. Im Fach Wirtschaft wird Telefontraining durchgeführt, damit die Schüler sich angemessen um einen Praktikums- oder Arbeitsplatz kümmern können. In allen anderen Fächern werden soziale Kompetenzen gefordert und gefördert, um die Schüler zu höflichen Menschen zu erziehen. In Jahrgang 9 nehmen die Schüler an einem Bewerbungstraining der AOK und der Volksbank Zeven teil. Dort wird ihr Allgemeinwissen, das sie u. a. in Fächern wie Mathe oder Geschichte gesammelt haben, im Einstellungstest überprüft. In Teilen eines Accessmentcenters wird z.B. Verhandlungsgeschick bewiesen. Ihre sozialen Kompetenzen werden schlussendlich in Bewerbungsgesprächen gefordert. Die Erkenntnisse dieses Tages werden im Wirtschaftsunterricht aufgegriffen und vertieft. Die Berufsbildenden Schulen aus Bremervörde stellen sich den Abgangsklassen vor und legen ihre Auswahlkriterien dar. Im Jahrgang 10 wird den Schülern ein freiwilliges Praktikum angeboten und sie werden individuell bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Im Profil Wirtschaft, Jahrgang 10 wird ein Accessmentcenter für Schüler der Jahrgänge 9 und 10 geplant, durchgeführt und im Unterricht reflektiert. All diese Maßnahmen dienen dazu, dass sich unsere Schüler qualifiziert bewerben können.

Dokumentation berufsorientierender Maßnahmen

Alle berufsorientierenden Maßnahmen, die vom Fach Wirtschaft ausgehen sowie schulische und außerschulische Beratungs- und Unterstützungsangebote werden von der Fachkonferenzleitung Frau Kreuzhermes schriftlich geplant sowie organisiert. Die Nachbereitung findet durch die eingesetzten Fachlehrer im Unterricht statt. Die Dokumentation der Methodentrainings ist im gleichnamigen Ordner im Lehrerzimmer zu finden. Innerhalb der Fächer werden die Maßnahmen in den schuleigenen Arbeitsplänen dokumentiert. Alle weiteren Schritte werden in diesem Konzept festgehalten. Außerdem führen die Schüler einen Berufsorientierungsordner ab Klasse 8, in dem sie z. B. Praktikumsberichte, Dokumentation des Profils AC sowie Bewertungen der Schnuppertage abheften. So sind sie selbst in der Verantwortung diesen Ordner, der viele Informationen rund um die Berufswahl hat, zu führen. Es ist ein Dokumentationsinstrument, das bis zum Antritt ihrer ersten Ausbildung bzw. Studiums geführt werden soll –auch schulübergreifend – da es in der Region Rotenburg-Wümme an allen allgemeinbildenden sowie beruflichen Schulen implementiert ist.

Evaluation und Weiterentwicklung des schuleigenen Konzepts

Evaluiert werden die berufsorientierenden Maßnahmen qualitativ jährlich in der Fachkonferenz Wirtschaft. Falls sich schulintern quantitative Änderungen von berufsorientierenden Maßnahmen ergeben, werden sie in diesem Konzept festgehalten.

Vordrucke, Elternbriefe, Nachweise, Verantwortlichkeiten, Jahresplanung

Kooperationen

- Elternbrief „Information über das Profil Technik II und den Praxistag

- Schülerinformation „Anmeldung zu Schnuppertagen der BBS Zeven“

- Schülerinformation zur Berufsberatung und Anmeldebogen zur monatlichen Beratung

- Elternbrief „Besuch des Berufsinformationszentrums“

- Elternbrief „Teilnahme am Bewerbungstraining der AOK und der Volksbank“

- Elternbrief „Informationen zum Girls- bzw. BoysDay“

- Teilnahmebestätigung für die Betriebe

Organisation des Betriebspraktikums

- Elternbrief zum Betriebspraktikum

- Erklärung der Erziehungsberechtigten

- Merkblatt zur Ansicht für die Eltern und zur Weitergabe an die Betriebe

- Belehrung für das Gesundheitsamt

- Anschreiben an die Betriebe

- Rückmeldung an die Schule

Kompetenzfeststellung und Profile

- Stundenplan des Kompetenzfeststellungsverfahrens (Übrige Dokumente im Ordner „Profil AC“)

- Überblick über Kompetenzbereiche der Profile GuS, Technik und Wirtschaft (Arbeitspläne in Ordner der Fachbereiche)

- Fit for Life-Training

- Buslotsenausbildung