Der Schüler oder die Schülerin wird ohne weitere Formalien aufgefordert in den Auszeitraum zu gehen. Er bekommt von der Lehrkraft einen Laufzettel (Anhang). Die „schickende“ Lehrkraft gibt dem Schüler oder der Schülerin Aufgaben zur Bearbeitung mit. Im Auszeitraum kann er ein Gespräch mit der Lehrkraft führen und sein eigenes Verhalten reflektieren oder an seinen mitgebrachten Aufgaben weiter arbeiten.

  1. Besuch > situationsbedingt ausfüllen eines Gedankenplans nach einem Gespräch mit der Lehrkraft oder Weiterarbeit an mitgebrachten Aufgaben.

 Ablauf:

Die Lehrkraft des AZR`s unterschreibt auf dem Laufzettel mit ihrem Kürzel und wirft den Laufzettel dann in das Fach der Lehrkraft (Flur der Verwaltung), die den Schüler/die Schülerin geschickt hat, dieser gibt den Laufzettel dann an den Klassenlehrer/die Klassenlehrerin weiter.

  1. Besuch > wie 1, zusätzlich erfolgt nach dem Besuch des AZR ein Gespräch mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer.
  1. Besuch > wie 1, zusätzlich erfolgt eine schriftliche oder telefonische Mitteilung an die Erziehungsberechtigten (Dokumentation der Info wichtig!)
  1. Besuch> wie 1, zusätzlich wird ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten, der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer, ggf. einem Fachlehrer/einer Fachlehrerin und der Schulleitung vereinbart, in dem weitere mögliche Konsequenzen aufgezeigt werden.
  1. Besuch> wie 1 und Einberufung einer Klassenkonferenz (je nach „Schwere“ ggf. auch Ordnungsmaßnahmen).

 

 Jederzeit kann bei Bedarf die Sozialpädagogin oder der Sozialpädagoge hinzugezogen werden. Die oben beschriebene Abfolge gilt für ein Schulhalbjahr.

Jeweils zu Beginn eines neuen Stundenplanes tragen sich die Lehrkräfte in freier Entscheidung für eine oder mehrere Stunden in den Dienstplan des AZRs ein. Diese Lehrkräfte werden in der Regel von Vertretungsstunden ausgenommen, wenn dies schulorganisatorisch möglich ist. Nach Möglichkeit wird auch eine Vertretung in den AZR-Plan eingetragen.

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
08.10-08.50

09.10-

10.30

10.45-

12.05

12.15-

13.05

 

Die Lehrkraft weist die Schülerin oder den Schüler eindeutig auf Verstöße hin. Es gibt nur eine Ermahnung, die Schüler haben die Regeln durch die Klassenleitungen kennengelernt und müssen nicht mehrmals darauf hingewiesen werden. Z.B.

„Ich ermahne dich hiermit ausdrücklich. Möchtest du in den Auszeitraum gehen oder dich in der Klasse an die Regeln halten?“

Wichtig: Die Verantwortung liegt jetzt beim Schüler, der sich selbst entscheiden muss:

-       den Unterricht zu verlassen, wenn er nicht ohne weitere Störungen daran teilnehmen kann

-       oder nicht weiter zu stören und im Unterricht bleiben zu wollen.

Die Lehrkraft muss nicht bestimmen, diskutieren, erörtern, nachweisen, kämpfen oder erklären. Die Verantwortung für das weitere Vorgehen liegt nun beim Schüler.

-       Im Auszeitraum trägt die Lehrkraft den Schülernamen in eine freie Liste ein.

-       Auf dem mitgebrachten Laufzettel wird das Lehrerkürzel notiert.

-       Am Ende der AZR-Zeit wird der Laufzettel der schickenden Lehrkraft ins Fach gelegt. Diese gibt den Laufzettel an den Klassenlehrer/die Klassenlehrerin weiter.

Ähnlich wie im Konzept für den Trainingsraum sind folgende drei Regeln wichtig für den Unterricht:

  1. Jede Lehrkraft hat das Recht ungestört zu unterrichten.
  2. Jeder Schüler und jede Schülerin hat das Recht ungestört zu lernen.
  3. Jeder muss die Rechte der Anderen akzeptieren.

Diese Regeln müssen in jeder Klasse thematisiert werden. Konsequenzen sollten mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam besprochen und erörtert werden.

-       Ventilfunktion, Bewegung, Trost, Zuwendung

-       Verständnis und Einsicht erwerben durch Austausch über die Situation

-       Verantwortungsvolles Denken und Handeln fördern

-       Verantwortung für das Fehlverhalten übernehmen

-       Schutz der Mehrheit, damit der Unterricht davon profitieren kann

-       Entwicklung des Einzelnen

-       Sicherstellung eines geordneten Unterrichtsgeschehens

-       Lernen, sich an Regeln zu halten

-       Emotionalität aus der Situation nehmen

-       reizarm

-       Möglichkeit für Bewegung

-       ansprechend freundlich                                                              

-       Kommunikation ermöglichend

Wenn der Schüler oder die Schülerin den Raum betritt, sollte er/sie ruhig und freundlich empfangen werden, ihn/ sie jedoch klar auf seinen/ihren Arbeitsauftrag hinweisen.

Je nach dem, in welchen emotionalen Zustand der Schüler den Raum betritt, sollte man ihm die Möglichkeit geben seiner Wut und Aufregung Raum zu geben.

Ist der Schüler emotional in der Lage sich einzulassen, sollte man ihn zum konzentrierten Arbeiten motivieren.

-       „Du schaffst das“

-       „Ich hab auch schon erlebt, dass du dich richtig gut verhalten hast.“

-       „Du bist nicht der einzige, dem es manchmal schwer fällt, sich an Regeln zu halten.“

u.ä.

Eine Auszeit sollte für den Schüler eingeräumt werden, damit dieser sich besinnen und beruhigen kann. Auch die Lehrkraft kann so wieder zu einem geordneten Unterrichtsverlauf finden. Folgende Fragen können sich die Lehrkräfte im Auszeitraum stellen:

-       In welcher emotionalen Verfassung ist der Schüler?

-       Was braucht der Schüler in diesem Augenblick?

-       Was würde ihm entlasten und helfen?

-       Kann er den Auszeitraum als Chance erkennen?

-       Wenn nein, warum nicht?

Der Auszeitraum ist der passende Ort für Schüler, die sich nicht an Regeln halten können oder wollen. Dort haben sie Gelegenheit, wenn sie das wünschen, mit Hilfe und Unterstützung durch die Lehrkraft über ihr bisheriges Verhalten nachzudenken und Ideen für ein alternatives Verhalten zu entwickeln. In den Auszeitraum gehen Schüler, die sich dazu selbst entschieden haben. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten ihren Arbeitsauftrag, den sie von der schickenden Lehrkraft mitbekommen haben. Nur bei Bedarf und auf Wunsch des Schülers/der Schülerin kann ein reflektierendes Gespräch stattfinden.

Natürlich wird – wie im Trainingsraum – angestrebt, das Schülerbewusstsein für Regeln, Regeleinhaltung und Regelverletzung zu stärken und die Kinder und Jugendlichen zu verantwortlichem Handeln zu motivieren.

Der Auszeitraum kann aber auch als Möglichkeit genutzt werden den Unterricht kurzfristig zu entlasten und Schüler aus dem Unterrichtsgeschehen herauszunehmen, damit dieser für alle anderen Schülerinnen und Schüler ungestört weiter verlaufen kann. Der Auszeitraum ist ein Ort an dem Zeit und Raum zur Verfügung stehen, um mit den Schülern respektvoll zu sprechen und Handlungsalternativen zu entwickeln oder ihnen ggf. Raum zu geben über Probleme zu sprechen. Keine Gründe für den Besuch des Auszeitraums sind.

  • zu spät kommen
  • fehlende Hausaufgaben oder Unterrichtsmaterialien
  • singuläre Störungen